Rhythmen bestimmen unser Leben und unsere Gesundheit. Wir sehen mit offenen Herzen in die Natur und spüren: Rhythmen. Ein paar Beispiele: Der Zyklus des Mondes, die Jahreszeiten, der Gesang der Vögel, die Reife der Früchte, die Blühzeiten der Blumen und jeden Tag der Aufgang der Sonne. Alles sind wiederkehrende Ereignisse, die jedoch einem Rhythmus und nicht einem Takt unterliegen. Wir sind Natur und daher unterliegen wir den selben Gesetzmäßigkeiten wie wir sie beobachten können. Die Rhythmen der Natur sind so stark, dass wir uns ihnen nicht entziehen können.

Vor ein paar Jahren war ich in Bali. Ein wunderbares Land, voller Mystik, lebensfrohen Menschen und vielen Geheimnissen. An einem Nachmittag ging ich ins Meer baden. Es war ein wunderschöner, windstiller Tag, trotzdem kam ich in Gefahr. Ich hatte nicht bedacht, dass der Wechsel von Flut zur Ebbe einsetzen könnte, so wurde ich fast ins offene Meer hinausgetrieben und konnte mich nur mehr mit meiner letzten Kraft ans Ufer retten. In diesem Moment verstand ich die Kraft der Rhythmen in der Natur, sie sind tonangebend und wir können uns ihnen nicht entziehen.

Rhythmen sind faszinierend, nicht nur in der Natur, sondern auch in unserem Körper. Wenn wir einem Dirigenten zusehen, wie er ein Orchester leitet, dann bekommen wir einen kleinen Eindruck davon, wie die Natur uns leitet. Die Natur gibt den Rhythmus vor und unser Körper reagiert darauf, ob wir nun wollen oder nicht. Wenn wir den Mut haben und dem Takt der Großstädte entfliehen, uns in einen ruhigen Wald begeben, dann kann unser Körper wieder Kraft tanken. Diese Kraft kommt von den langsamen und sehr wirksamen Rhythmen der Natur. Man kann sehr viele Medikamente einsparen, wenn man den Bezug zu natürlichen Rhythmen wiederherstellen kann.

Jedes Organ in unserem Körper hat seinen eigenen Rhythmus. Ich möchte hier nur einige Beispiele aufzeigen. Das Gehirn folgt einem Wach- und Schlafrhythmus, bei Schlafentzug erkranken wir. Der gesamte Magen- und Darmtrakt hat einen Rhythmus, die Stuhlentleerung, zum Beispiel, erfolgt am Morgen. Die Nieren, alle Gefäße und auch die Leber folgen einen bestimmten Rhythmus. Natürlich hat auch unser Organ, das mit der Liebe in Verbindung gebracht wird, seinen Rhythmus, das Herz. Es schlägt bereits fünf Wochen nach der Zeugung, bis zu unserem letzten Atemzug. Das Herz sendet dabei starke magnetische Signale aus, die von anderen Individuen empfangen werden. Die Rhythmen der Organe in unserem Körper spielen zusammen wie ein großes Orchester und sind verbunden … mit unserer Umgebung!

Rhythmen kann man sichtbar machen

Die Rhythmen in unserem Körper können sichtbar gemacht werden. Sichtbarkeit bedeutet jedoch nicht zu messen. Qualität vor Quantität. Ein Beispiel dafür ist die Herzratenvariabilität (HRV), jeder Arzt könnte diese feststellen, wenn er sich damit auskennt. Vor vielen Jahren durfte ich mit Prof. Dr. Cristiaan Barnard (dem Pionier der Herztransplantation) zusammenarbeiten. Auch für ihn war damals der Rhythmus des Herzens ein Neuland, dennoch verstand er sofort die Wichtigkeit dieses Themas.

Die HRV aufzuzeichnen bedeutet, dass wir die „Jungendlichkeit“ unseres Körpers überprüfen können. Manche Autoren nennen sie auch das „Lebensfeuer“. Kinder zeigen eine hohe HRV, wenn wir älter werden, dann nimmt diese ab. Nimmt sie jedoch plötzlich und dramatisch ab, dann ist dies ein Zeichen einer chronischen Erkrankung.

Am Beginn jeder Krebserkrankung steht eine Abnahme der Körperrhythmen, die man sichtbar machen kann. Es ist ebenfalls möglich, einen Therapieverlauf zu dokumentieren. Sinken die Rhythmen weiter, ist die Prognose schlecht, steigen sie jedoch, dann ist die Prognose gut, wie unterschiedlich auch die Blutwerte sein mögen.

Ursachen für eine Abnahme der Körperrhythmen

Die Ursachen für eine Abnahme der Körperrhythmen sind bedingt durch verschiedene Lebensumstände. Sie liegen in der Art wie wir uns ernähren, wieviel Bewegung wir machen, wie unser Umfeld gestaltet ist und welche Sorgen wir haben. Ich werde in diesem Artikel nicht auf alle „Rhythmenblocker“ eingehen können, Sie werden jedoch erkennen, dass es sich lohnt, wenn man die Rhythmen des Körpers pflegt.

„Rhythmenblocker“

Prinzipiell werden die Rhythmen des Körpers blockiert, wenn wir die Naturrhythmen missachten. Bei der Ernährung ist es relativ einfach. Erdbeeren essen wir am besten Ende Mai oder im Juni, bei anderen Früchten sieht es ähnlich aus. Auch Gemüse sollte saisonal gegessen werden. Die beste Zeit für die Hauptmahlzeit ist zu Mittag, am Abend wäre es gut, nur wenige Kalorien zu sich zu nehmen. Leider beachten wir diese einfachen Regeln nicht. Es gibt das ganze Jahr über „Alles“ und dies tut unserem Körper nicht gut. Die moderne Ernährung ist der Rhythmenblocker Nummer eins und kann zu Krebs führen.

Der Blocker Nummer zwei ist Stress. Stress ist die Ursache vieler Erkrankungen. Er kann uns den Schlaf rauben, unruhig werden lassen, die Atmung und die Verdauung verändern. Manchmal klingt es ja interessant, wenn wir sagen, dass wir gestresst sind, klug ist dies jedoch nicht. Irgendwann schaltet der Körper ab und aus dem Rhythmus wird ein Takt, der zu chronischen Krankheiten führen kann. Manchmal halten solche Stressphasen sehr lange an, sie können in der Kindheit entstehen und sich dann erst viele Jahre später zeigen. Es ist dabei völlig egal, um welchen Stress es sich handelt, es geht um die individuelle Beurteilung von Ereignissen. Je mehr ich dem Stress Raum gebe, desto mehr werde ich gelähmt, es tritt eine Starre im Körper ein. Vielleicht halten Sie beim Lesen dieses Artikels kurz inne und überlegen Sie sich drei Ereignisse, die in Ihrem Leben zu Stress geführt haben, der schon über eine längere Zeit anhält. Gedankenanstöße wären: Arbeit, Partnerschaft, Verhältnis zu den Eltern (auch wenn sie schon verstorben sind), Nachbarn, Politik, Geschwister usw.

Der Blocker Nummer drei ist Bewegungsmangel. Ich meine nicht nur die körperliche Bewegung, auch die geistige Beweglichkeit ist eine Voraussetzung für unsere Gesundheit.

Es ist ein Naturgesetz, dass wir uns bewegen müssen. Jedes Tier in der freien Wildbahn macht dies. Wenn wir Tiere in einen zu engen Stall einsperren, dann verstoßen wir gegen die Natur. Wir selber aber sitzen stundenlang vor den Bildschirmen unserer Computer und haben wir davon nicht genug, setzen wir uns am Abend auch noch vor den Fernseher, und unsere Gesundheit leidet darunter.

 

Jeder Mensch, der unter einer Krankheit wie Krebs leidet, sollte Bewegung in sein Leben bringen. Es ist dabei nicht so wichtig, welche Bewegung er anstrebt, wichtig ist die Veränderung. Nur wer den Mut hat sein Leben zu ändern kann auch wieder gesund werden.

 

Neben der körperlichen Bewegung ist auch eine geistige Beweglichkeit gefragt. Eine Krebserkrankung ist auch das Resultat einer geistigen Lähmung, genauer ausgedrückt handelt es sich um einen Schock, den man erlitten hat. Es können banale Erlebnisse sein, die uns lähmen, aber auch sehr bedeutende. Es kann sich um einen Unfall handeln, um Existenzängste, Streit in der Familie oder der Nachbarschaft, Scheidungen, Pensionierungen und lang anhaltende Wut oder Trauer. Ob wir es wollen oder nicht, unsere Erlebnisse aus der Vergangenheit prägen unsere Gesundheit. Halten wir daran fest, dann können die Rhythmen in unserem Körper schwinden und danach schwindet die Gesundheit.

Aus dieser Erkenntnis heraus ist es unumgänglich, dass jeder Mensch, der an Krebs erkrankt ist auch eine seelische Unterstützung braucht, ebenfalls seine Familie. Leider lässt dies unser Gesundheitssystem nicht zu, es lässt auch keine präventiven Maßnahmen zu, da angeblich das Geld fehlt. Ärzte werden nicht darin geschult wie man mit Menschen umgeht, die schwer erkrankt sind, sie werden auch nicht darin unterrichtet, die Gesundheit ihrer Schützlinge zu erhalten.

„Rhythmenbringer“

Es tut mir wirklich im Herzen weh, wenn ich erwachsene Frauen und Männer sehe, die in einer Uniform Parade stehen oder im Stechschritt vor hochrangigen Politikern marschieren. Es tut mir nicht nur weh, es macht mir auch, ganz ehrlich, Angst. Diese sinnlose Demonstration einer nicht vorhandenen Macht schwächt die Gesundheit.

Wie wohl tut es, wenn man in einen Kindergarten geht. Die Kinder toben laut herum, halten sich selten an Regeln (besonders dann, wenn sie sinnlos sind), lachen, singen und sind einfach nur froh. Genau an diesem Punkt sind wir bei den „Rhythmenbringern“ gelandet. Wir alle waren einmal so frei, wann haben wir die Leichtigkeit verloren? Lachen, Singen, Tanzen, Musik, Hüpfen, Späße, Schabernack, und Bewegung gehören zu unserm Leben. Diese Erlebnisse sind genauso wichtig wie unser tägliches Essen. Ich kenne jedoch kein Spital in Wien, in dem der Rhythmus der Patienten gefördert wird, abgesehen von den Klinik-Clowns (Rote Nasen) deren Engagement nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Rhythmen sind „Strukturbildner“, sie können die Zellen wieder in Ordnung bringen. Rhythmen bilden Struktur. Auf seine eigenen Körperrhythmen zu achten, ist eine wichtige Aufgabe. Haben Sie daher keine Angst, Ihr eigenes Leben zu leben. Lachen Sie, wenn auch niemand sonst lacht, weinen Sie, wenn es Ihnen danach zumute ist, verblüffen Sie Ihre Umgebung nach dem Satz von Garfield (Lasangne-Katze): „Wenn Du sie nicht besiegen kannst, dann verwirre sie“.  Unser Leben war nie gedacht als eintönige Einbahnstraße, viel mehr als eine Wanderung durch ein helles Tal in der zauberhaften Umgebung einer reinen Natur.

Im Gegensatz zu Österreich gibt es in China Kliniken, in denen man erfolgreich Menschen behandelt, die an Krebs erkrankt sind und dies ohne Strahlen oder Chemotherapie. Der einfache Weg lautet „Qigong“. Qi“ (ähnlich wie „tchi“ ausgesprochen), steht in der chinesischen Philosophie und Medizin sowohl für die bewegende als auch für die vitale Kraft des Körpers, aber auch der gesamten Welt. In der chinesischen Sprache hat es die Bedeutung von Atem, Energie und Fluidum Der Begriff umfasst viele Ausprägungsformen und Wirkungsweisen. „Gong“ als chinesischer Begriff bedeutet einerseits „Arbeit“, aber auch „Fähigkeit“ oder „Können“. Somit kann man Qigong übersetzen als „stete Arbeit am Qi“ oder auch als „Fähigkeit, Können, mit Qi umzugehen, es zu nutzen“.

Abgerundet wird die Therapie mit einer besonderen Ernährung, die leider in unseren Spitälern kaum vorhanden ist. Meiner Meinung nach, legt das Geheimnis dieser Therapie jedoch in der Regulierung der Atmung. Unsere Atmung hat einen direkten Einfluss auf unser Herz und der Rhythmus des Herzens wiederum auf die Gesundheit des gesamten Körpers.

Meine Tipps um Ihren Körper im Rhythmus der Natur zu halten: 

 

  • Verbringern Sie wöchentlich mehrere Stunden in der Natur, am besten allein
  • Tanzen, singen, hüpfen und lachen Sie und fördern Sie so Ihre Körperrhythmen
  • Essen Sie im Rhythmus der Jahreszeiten, vor allen Dingen Gemüse und Obst
  • Gehen Sie vor Mitternacht ins Bett und stehen Sie mit dem Gesang der Vögel auf, auch am Wochenende
  • Schlafen Sie bei offenen Fenster
  • Meiden Sie Speisen aus der Mikrowelle
  • Leben Sie mit Tieren oder Pflanzen und pflegen Sie diese
  • Tun Sie Ungewöhnliches, verblüffen Sie so Ihre Umgebung
  • Haben Sie eine eigene Meinung und nicht nur jene aus Zeitungen oder anderen Medien
  • Leben Sie im Jetzt, gestern ist vorbei und morgen ist noch nicht hier

Kurzum: „Carpe Diem“ … „Pflücke den Tag“

 

Zusammenfassung:

Rhythmen bestimmen unser Leben und unsere Gesundheit. Durch unsere Lebensgewohnheiten, durch Ernährung, Bewegung, Lachen und Meditation können wir die Körperrhythmen aktivieren und wir schaffen damit eine solide Basis für unsere Gesundheit. Scheuen Sie sich nicht, allgemeinen Glaubenssätzen zu wiedersprechen. Lachen Sie über eventuelle Fehler und wenn einer passiert, dann sagen Sie zu sich: „Ich habe wieder erfolgreich bewiesen, dass es so nicht funktioniert“.