Ganzheitsmedizin

Als ich noch ein junger Student war, war sie in den Kinderschuhen, die Ganzheitsmedizin. Inzwischen gibt es immer mehr Institute, die sich mit diesem Thema beschäftigen und suchende Patienten mit der Hilfe der Natur behandeln. Dieser Trend ist absolut zu begrüßen, jedoch mit Einschränkungen. Es muss immer der Kontakt zur Schulmedizin gewahrt bleiben, sonst kann man leider auch Schaden anrichten.

Im Moment ist es in Österreich leider der Fall, dass die Pharmalobby versucht, den wachsenden „Konkurrenten“ der Ganzheitsmedizin zu schaden, um eigene Geschäftsbereiche nicht zu verlieren. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein erkrankter Mensch zu einem Wirtschaftsfaktor geworden ist.

Drei Ideen zu einer ganzheitlichen Medizin:

Erstens sollten wir uns die Frage stellen, wer denn das Gesundheitssystem finanziert. Es sind immer noch alle Menschen in Österreich, die arbeiten oder gearbeitet haben. Sie finanzieren das System. Diese Menschen sind also die Geldgeber, die die Ärzte, die Spitäler und die Medikamente finanzieren. Haben sie aber Mitsprachrecht, welche Medizin angewendet wird? Ich kenne viele Personen, die sich freuen würden, wenn sie mit dem Arzt ihres Vertrauens einmal länger sprechen könnten und auch alternative Behandlungsmethoden angeboten bekommen würden. Geht aber nicht, das System lässt dies nicht zu.

Zweitens ist die Ausbildung der jungen Kolleginnen und Kollegen zu hinterfragen. Im Studium wird es tunlichst vermieden, die angehenden Ärzte mit Naturmedizin in Kontakt zu bringen, dies könnte die Geschäfte börsennotierter Unternehmen stören. Auch wenn es eindeutige Erfolge gibt, Studien über Pflanzenheilkunde und Akademien für Ganzheitsmedizin vorhanden sind, so findet dies doch nur sehr wenig Resonanz bei unseren Politikern. Ein Arzt, der sich mit Ganzheitsmedizin beschäftigt möchte muss seine Ausbildung privat finanzieren. Es ist jedoch eine gute Investition.

Drittens gibt es noch zu hinterfragen, wie sich denn die Menschen verhalten, die einen ganzheitlich arbeitenden Therapeuten aufsuchen. Sind sie bereit mitzuarbeiten? Mitarbeit bedeutet in diesem Fall, sein Leben umzustellen. Man sollte bereit sein, die Schwachstellen aufzusuchen und eine Veränderung vorzunehmen. Dies beginnt bei der Änderung von Ernährungsgewohnheiten, führt über mehr körperlicher Bewegung bis zur Auflösung alter emotionaler Muster. Erst wenn von der Ärzteschaft und den Patienten die Bereitschaft vorhanden ist zu kooperieren, kann Ganzheitsmedizin zu einem anhaltenden Erfolg führen.

Links:

http://www.gamed.or.at/userfiles/file/Presse/Ganzheitsmed_Pietschmann.pdf

http://derstandard.at/2000064795455/Akademien-der-Wissenschaften-Homoeopathie-ist-gesundheitsschaedlich

https://www.trend.at/wirtschaft/streitfall-homoeopathie-5752393