Erhöhte Blutdruckwerte sind in unserer heutigen Zeit keine Seltenheit. Zumeist bleibt die Ursache dafür unerkannt, man spricht dann von einer Hypertonie (erhöhter Druck) oder von idiopathischer Genese, also einer Krankheit mit unbekannter Ursache. Ein erhöhter Blutdruck kann, wenn unbehandelt, schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Darum gibt es seit Jahren verschiedene chemische Produkte, um den Blutdruck zu senken. Auch die Naturmedizin kann helfen, den Blutdruck in einen Normbereich zu bringen. Neben Mineralstoffen und Vitaminen spielt natürlich auch eine Umstellung von Lebensgewohnheiten eine Rolle.

 

Unter einer arteriellen Hypertonie, Bluthochdruck, versteht man eine Symptomatik, die einen erhöhten Druck innerhalb der Arterien anzeigt. Dies sind jene Gefäße, die vom Herzen wegführen. Diese Gefäße zeigen im gesunden Zustand eine gewisse Elastizität. Die Gefäßwand besteht aus mehreren Schichten, unter anderem auch einerMuskelschicht. Die Muskelzellen in dieser Schicht gehören zur sogenannten glatten Muskulatur, sie unterliegt dem autonomen Nervensystem und kann nicht willkürlich gesteuert werden. Kommt es darin zu Spannungen, dann zieht sich das Gefäß zusammen, und der Blutdruck steigt. Entspannen sich die Muskelzellen, dann fällt der Blutdruck. Die Elastizität der arteriellen Gefäße, ist eine wichtige Voraussetzung für unsere allgemeine Gesundheit, nicht nur die des Herz-Kreislaufapparates. Je mehr die Gefäße geschädigt sind, desto mehr verlieren sie an Elastizität. Die Arterie wird zu einem starren Rohr und die von ihr versorgten Organe leiden darunter. Es kann zu Herzinfarkten, Gehirnschlägen oder Augenproblemen kommen. Ein erhöhter Blutdruck begünstigt die Schädigung der arteriellen Gefäße und sollte reguliert werden. Immerhin erleiden in Deutschland pro Jahr ca. 250.000 Menschen einen Herzinfarkt.

 

Es gibt verschiedene Klassifizierungen von Bluthochdruck, die auch länderweise unterschiedlich sind. In Deutschland beispielsweise sind die Zielblutdruckwerte höher als in den USA. Für eine gesundheitliche Risikobewertung müssen neben dem Blutdruck auch noch der Cholesterinspiegel, das Rauchverhalten (auch Passivrauchen), Ernährung, Stress und Bewegung einberechnet werden.

 

Derzeit anerkannte Werte in Deutschland:

 

Systolisch        Diastolisch

 

Optimaler Blutdruck                          120                  80

Normaler Blutdruck                           120-129          80-84

Hoch-normaler Blutdruck                  130-139          85-89

Milde Hypertonie                               140-159          90-99

Mittlere Hypertonie                           160-179          100-109

Schwere Hypertonie                          180                  110

 

„Systolisch“ bedeutet, dass der Blutdruck in der Pumpphase des Herzens gemessen wird, „diastolisch“ in der Erholungsphase. Je vorgeschädigter Gefäße, Herz und andere Organe sind, desto niedriger sollte der Blutdruck sein.

 

 

Magnesium und Vitamin D-Zufuhr als Regulativ eines erhöhten Blutdrucks

 

In den westlichen Industrienationen ist ein Mangel an Magnesium und Vitamin D häufig verbreitet. Dies fördert die Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen. Verschiedene Studien zeigen, dass es durchaus sinnvoll ist, im Falle einer arteriellen Hypertonie den Magnesium- bzw. Vitamin D-Spiegel zu messen und gegebenenfalls zu substituieren. Klüger wäre es natürlich, es zu keinem Mangel kommen zu lassen. Beide Mikronähstoffe sind gefäßaktive Substanzen, ein Mangel lässt die Gefäße zusammenziehen und der Blutdruck kann ansteigen.

 

Magnesium

 

Ein Magnesiummangel begünstigt die Entstehung von Bluthochdruck. In verschieden Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Gabe von Magnesium sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck senkt. Die verschiedenen positiven Wirkungen von Magnesium entnehmen Sie bitte der eingefügten Auflistung.

 

Positive Wirkungen von Magnesium:

 

  • Senkung des Blutdrucks
  • Ökonomisierung der kardialen Pumpfunktion
  • Stressabschirmung
  • Erweiterung der arteriellen Gefäße
  • Verbesserung der Endothelfunktion (Gefäßinnenwand)
  • Kontrolle des Calzium-Einstroms an der Zellmembran,

dadurch Regulation des Gefäßmuskeltonus

  • Muskelentspannung (bei Mangel: Muskelkrämpfe, vor allem in der Nacht)
  • Ohne Magnesium würden alle Körperfunktionen zusammenbrechen

 

Wie kann ein Magnesiummangel entstehen?

 

Ein Magnesiummangel ist in Wahrheit ein Volksleiden. Die offiziellen Zahlen des täglichen Magnesiumbedarfs scheinen weit zu niedrig angesetzt und nicht einmal diese können erreicht werden. Wir brauchen täglich ca. ein Gramm Magnesium, mehr oder weniger, dies kommt auf unsere verschiedenen Lebensumstände an. Tatsache ist, dass wir Magnesium nicht in unserem Körper produzieren können, sondern auf eine Zufuhr angewiesen sind. Wieder einmal ist es die moderne Lebensmittelindustrie, an die man verschiedene Fragen stellen sollte. Weißmehl enthält nur noch 1/3 der Magnesiummenge von Vollkornmehl, polierter Reis gar nur mehr 1/5 von Vollkornreis. Haushaltszucker enthält nur mehr ein Prozent jenes Magnesiumgehalts, den die Zuckerrüber enthält. Dazu sollte man auch bedenken, dass die Verbrennung von Zucker in unserem Körper einen gesunden Magnesiumstoffwechsel voraussetzt, sonst fallen Schlacken an. Kochen und Braten laugen die Lebensmittel ebenfalls aus, und Vollkornprodukte werden nur mehr selten verzehrt.

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Magnesiumräuber

 

Magnesiumfreies Speisesalz

 

Speisesalz wird von Magnesium befreit, da es Wasser anzieht und zu Verklumpung führt.

 

Übersäuerung

 

Fast Food-Produkte führen zu einer Übersäuerung des Körpers. Magnesium und Calzium spielen dann die „Feuerwehr und gleichen Defizite aus, bis nichts mehr funktioniert, denn es wird weniger aufgenommen als verbraucht wird. Der Körper muss die Säuren immer kompensieren, meist wird die „Vorratskammer“ angezapft, in diesem Fall der Knochen.

 

Säureblocker

 

Viele Menschen nehmen heutzutage Säureblocker ein. Diese hemmen die Produktion von Magensäure und zur gleichen Zeit wird die Aufnahme von Magnesium gehemmt.

 

Außerdem destabilisieren den Magnesiumhaushalt:

 

  • Pestizidbelastete Lebensmittel
  • Wassermangel
  • Milchprodukte
  • Eine gestörte Darmflora
  • Ein Eiweißüberschuss
  • Sojaprodukte
  • Softdrinks (Zucker!)
  • Medikamente (Abführmittel)
  • Stress
  • Exzessiver Ausdauersport
  • Übertriebener Konsum von Alkohol

 

Wie behebt man einen Magnesiummangel?

 

Ein manifester Magnesiummangel kann nur durch die Zufuhr geeigneter Magnesiumprodukte behoben werden, also durch hochwertige Nahrungsergänzungsmittel. Einen manifesten Mangel erkennt man daran, dass man in der Nacht mit Krämpfen in den Beinen aufwacht und am Morgen Schmerzen im Bereich der Achillessehne hat. Spätestens in dieser Situation gibt es einen dringenden Handlungsbedarf. Die Zufuhr muss täglich erfolgen und dies mindestens drei Monate lang. Wichtig ist ebenfalls die passende Magnesiumverbindung zu finden. Diese sollte in Form eines Citrats eingenommen werden, da Carbonate vom Körper nur schwer aufzunehmen sind. Ein optimales Produkt enthält auch Calzium und Kalium, ebenfalls in Citratform.

 

Neben dieser Substitution ist auf eine Ernährung zu achten, die den Magnesiumhaushalt unterstützt. Dies bedeutet auf Zucker und Weißmehl weitestgehend zu verzichten und magnesiumhaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen. Auf der Liste ganz oben stehen Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Sojabohnen, Cashewnüsse und Mandeln, auch Kiwis enthalten eine ordentliche Portion an Magnesium.

 

Vitamin D

 

Vitamin D-Mangel ist ein weiterer Risikofaktor für Bluthochdruck und begünstigt die Entstehung für Herz-Kreislauferkrankungen. Vitamin D kann vom Körper selbst hergestellt werden, allerdings nur dann, wenn genug Sonnenlicht vorhanden ist. Die Sonne muss dabei direkt auf die Haut scheinen. Wenn das Licht durch eine Fensterscheibe kommt, wird keine Wirkung erzielt. In unseren Breiten reicht von Oktober bis Anfang April die Sonnenintensität nicht aus, um den Körper dazu anzuregen, ausreichend Vitamin D zu produzieren. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Blutdruckwerte im Sommer durchschnittlich niedriger sind als im Winter. In Metastudien konnte nachgewiesen werden, dass der diastolische Blutdruck durch die Gabe von Vitamin D signifikant gesenkt werden konnte.

 

Positive Eigenschaften von Vitamin D auf den Herz-Kreislaufapparat:

 

  • Vitamin D wirkt Entzündungen entgegen, die in den Gefäßen Verkalkungen verursachen können. Es unterstützt dabei die Bildung von Interleukin 10.
  • Vitamin D schützt die Gefäßinnenwand, das Endothel.
  • Vitamin D unterstützt die Funktion der Herzmuskulatur und wirkt so der Linksherzinsuffizienz entgegen.
  • Vitamin D reguliert das Renin-Aldosteron-Angiotensin-System (ein Regelkreislauf von verschiedenen Hormonen und Enzymen) und verringert dadurch die Gefäßaktivität (Gefäßmuskulatur).
  • Vitamin D hemmt die Oxidation von LDL-Cholesterin und wirkt daher der Verkalkung der Gefäße entgegen.
  • Vitamin D hemmt die Bildung von Parathormon, ein erhöhter Spiegel dieses Hormons ist ein Risikofaktor für das Herz- Kreislaufsystem.
  • Vitamin D ist in der Lage, den Blutfettspiegel positiv zu beeinflussen.

 

Zusammenfasend kann gesagt werden, dass die gleichzeitige Gabe von Magnesium und Vitamin D eine wirksame Maßnahme ist, den Blutdruck auf eine natürliche Weise zu reduzieren und in einem Normbereich zuhalten. Natürlich darf man nicht erwarten, allein durch diese Maßnahmen eine schwere Hypertonie in den Griff zu bekommen.Unterstützend sind der Mineralstoff Magnesium und Vitamin D auf jeden Fall.

 

Neben der Substitution von Magnesium und Vitamin D empfiehlt es sich natürlich, regelmäßig Bewegung zu betreiben, Gewicht zu reduzieren und Stress abzubauen. „24 Stunden–Fasten“ hilft ebenso, wie mäßiger Konsum von Zigaretten und Alkohol.