Von Dr. med. Michael Ehrenberger

 

Können Sie sich vielleicht noch an Ihren Unterricht in Chemie oder Physik erinnern? Ist Ihnen da der Begriff der „Kolloide“ noch in Erinnerung? Nun, wahrscheinlich nicht! Auch ich habe nichts über Kolloide, sogar während meines Studiums gelernt, schon gar nicht wenn es um Gesundheit und Krankheit ging. Dennoch, Kolloide sind allgegenwärtig in der Natur, sie bilden „die“ Grundlage des Lebendigen. Kolloide lassen uns „schweben“ zwischen Erde und Himmel, sie scheinen das Gesetz der Schwerkraft außer Kraft zu setzen und vermitteln uns die Leichtigkeit des Seins.

 

Kolloide spielen in der Natur eine bedeutende Rolle. Der Begriff „Kolloid“ stammt von dem altgriechischen Wort „Kolla“ für Klebstoff, wobei dies etwas irreführend ist. Beispiele für Kolloide sind Milch, Tinte, Rauch, Nebel, aber auch das Blut und die Lymphe. Kolloide müssen nicht immer flüssig oder gasförmig sein, sie können auch in einem festen Zustand vorliegen. Man kann sich selber eine präzise Vorstellung über Kolloide machen, wenn man ein paar Tropfen Tinte in ein Glas mit Wasser fallen lässt. Einer Wolke ähnlich verteilt sich die Tinte im Wasser, bis zuletzt das ganze Wasser gefärbt ist. Es haben sich dabei die festen Teilchen der Tinte nicht aufgelöst, sondern sind gleichmäßig im Wasser verteilt.

Machen wir einen kurzen Abstecher zu unseren Freunden, den Bäumen. Ein Baum ist mit seinem Wurzelsystem fest in der Erde verankert, danach wächst der Stamm senkrecht in die Höhe, um sich dann wieder in die Krone aufzuteilen. Die Blätter oder die Nadeln bilden eine riesige Oberfläche. Diese Oberfläche braucht der Baum, damit er Sonnenlicht einfangen kann (um Chlorophyll zu produzieren), aber auch um das dafür notwendige Wasser aus dem Boden zu holen. Da das Wasser an den Blattoberflächen verdunstet, entsteht ein Sog und dieser erleichtert den Aufstieg des Wassers im Stamm. Auch wenn Bäume im Wald an einem windstillen Tag scheinbar nur starr dastehen, in ihrem Stamm ist Bewegung. Ständig steigt Wasser aus dem Boden nach oben und bringt dabei wertvolle Mineralstoffe zu den Blättern. Die Geschwindigkeit des aufsteigenden Wassers in einer Eiche beträgt dabei bis zu 44 Meter pro Stunde und eine Birke kann an einem sonnigen Tag leicht bis zu 100 Liter Wasser verdunsten lassen. Neben der Verdunstung spielen natürlich noch Kapillarkräfte und der Wurzeldruck eine Rolle. Eine besondere Bedeutung hat jedoch die Flüssigkeit, die im Stamm aufsteigt. Es handelt sich dabei um ein Kolloid. Wären die gelösten Teilchen nicht in einer gewissen Größe und gleichförmig im Wasser verteilt, dann könnten niemals die Blätter erreicht werden und die größten Bäume der Erde erreichen immerhin eine Höhe von knapp 100 Metern.

Vergleichen wir unseren Körper einmal mit einem Baum. Auch in uns findet ein ständiger Durchfluss statt. Allein an einem Tag fließen ca. 7.000 Liter Blut durch unseren Körper, wobei das Herz mehr ein Rhythmengeber ist, als eine Pumpe. Neben dem Blutfluss gibt es auch noch den Lymphfluss, den Speichelfluss (immerhin 2 Liter am Tag), den Fluss der Gallenflüssigkeit, der Bauchspeicheldrüse und des Magensafts. All diese Säfte sollten sich, im besten Fall, in einem kolloidalen Zustand befinden. Fließt die Galle nicht mehr leicht, dann können Steine entstehen, finden kleinste Verklumpungen im Blut statt, wird sein Fluss gestört und dies führt zu Problemen im Gewebe, die Mikrozirkulation nimmt ab und unser Gesundheitszustand leidet.

Beschäftigen wir uns kurz mit der Frage: „Was ist der Unterschied zwischen einer Lösung und einem Kolloid“? Vergleichen wir dazu Blut und Salzwasser.

Salzwasser ist eine typische Lösung. Die Teilchen haben die gleiche Größe wie die Moleküle des Lösungsmittels, in dem Fall Wasser und können daher nicht herausfiltriert werden. Auch durch eine Zentrifugation sind die Teilchen nicht herauszulösen, daher ist es so schwer aus Salzwasser Süßwasser zu machen. Weder eine Ultrazentrifugation, noch eine Ultrafiltration schaffen das.

Anders sieht es beim Blut aus, es handelt sich ein Kolloid und keine Lösung. Wäre das Blut eine Lösung, so könnte es keine Nährstoffe an die Zellen abgeben. Teilchen aus einem Kolloid kann man durch Zentrifugation abtrennen. Lässt man jedoch ein Kolloid in einem Reagenzglas ruhig stehen, dann werden sich keine Teilchen absetzen, die Schwerkraft hat keine Chance. Die Erdanziehungskraft ist also belanglos, wenn es sich um einen kolloidalen Zustand handelt, hier dominieren die streuenden Kräfte, die die Teilchen besitzen. Gehen diese inneren Kräfte verloren, dann nimmt der kolloidale Zustand ab. Die Medizin macht sich diese Erkenntnis zu Nutze, um die Blutsenkungsgeschwindigkeit zu messen. Dies ist eine einfache, unspezifische Untersuchung, um Entzündungen oder andere chronische Erkrankungen nachzuweisen. Dazu wird ein Röhrchen Blut in einer aufrechten Position aufgestellt. Zuvor wurde die Blutgerinnung quasi „lahmgelegt“. Danach beobachtet man, wie schnell die festen Teilchen zu Boden sinken. Je schneller sie sinken, desto mehr liegt der Verdacht einer Entzündung im Körper vor. Der kolloidale Zustand des Blutes hat abgenommen.

 

Der gesundheitliche Wert kolloidaler Lösungen, am Beispiel vom kolloidalem Silizium

 

Nachdem wir gesehen haben, wie wichtig der kolloidale Zustand für die Gesundheit von lebenden Systemen ist, liegt natürlich der Schluss nahe, dass auch Kolloide für die Gesundheit eingesetzt werden können. Es werden bereits unterschiedliche kolloidale Lösungen angeboten, ich berichte Ihnen über das kolloidale Silizium, da ich damit bis jetzt die meisten Erfahrungen machen durfte.

Silizium ist nach Sauerstoff das zweithäufigste Element unseres Planeten. Reines Silizium kommt in der Natur nicht vor, meist finden wir es in Verbindung mit Sauerstoff, das bedeutendste Siliziumsalz ist das Siliziumdioxid, es wird auch als Kieselsäure bezeichnet.

Kolloidales Silizium wird, nach der Einnahme, in unserem Körper optimal verwertet. Der Körper besteht zu 70 % aus Wasser und wie ich schon beschrieben habe, sind alle darin enthaltenen Flüssigkeiten, im besten Fall, Kolloide. Kolloidales Siliziumdioxid ist ein energiereiches Kolloid, das in jede einzelne Körperzelle eingebaut wird. Es wird als das Spurenelement der Jugend bezeichnet, da junge Menschen einen wesentlich höheren Anteil davon im Körper haben, als ältere Personen. Siliziumdioxid bewirkt eine höhere Wasserbindungsaktivität der Proteine, reguliert Stoffwechselprozesse und stärkt das Immunsystem.

Reines, kolloidales Siliziumdioxid, in flüssiger Form, herzustellen ist ein aufwendiger Prozess,der sowohl ein technisches Verständnis, als auch ein ganzheitliches Naturwissen voraussetzt. Die positiven Eigenschaften sind vielfältig, auf einige davon will ich nun näher eingehen.

 

Siliziumdioxid – für Haut, Haare Nägel

 

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass Siliziumdioxid Haut, Haare und Nägel stärkt. Täglich verliert der Körper Silizium und dies muss ersetzt werden. Viele Menschen nehmen mit zunehmenden Alter ihren Haarverlust und die Graufärbung der Haare einfach hin, die muss aber nicht sein, zumindest nicht so rasch, wie es manchmal passiert. Durch die Einnahme von kolloidalem Siliziumdioxid kann man oft sehr schnell einen Haarverlust stoppen, auch die Nägel festigen sich in kurzer Zeit und die Haut wird straffer. Immer wieder höre ich von Erfolgen, die sich bereits nach 2-3 Wochen eingestellt haben. Dies ist der raschen Verfügbarkeit des Kolloids zu verdanken.

 

Siliziumdioxid – ein Regulator des Mineralhaushaltes

 

Auch Mineralstoffe wirken in unserem Körper zusammen. Es ist eine Illusion zu glauben, dass Mineralstoffe, wie zum Beispiel das Calzium als einsame Vagabunden durch den Körper ziehen, nur um sich dann irgendwo einzunisten, um weiterhin ein einsames Dasein zu führen. Silizium reguliert den Mineralstoffhaushalt, ähnlich wie ein Dirigent das Orchester führt. Es hilft beim Knochenaufbau, indem es hilft das Calzium in das Knochengerüst einzubinden. Auch der Haushalt von Magnesium, Phosphor, Zink und vielen anderen wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen profitieren von der Anwesenheit von Siliziumdioxid. Auffällig ist, dass Aluminium eine Affinität zu Silizium aufweist. Aluminium wird gebunden und aus dem Körper ausgeschieden, eine milde Form der Entgiftung. Dies ist besonders dann von Bedeutung, wenn Amalgamplomben entfernt werden oder man an lästigen Pilzinfektionen leidet.

 

Siliziumdioxid stärkt Knochen, Sehnen und Bänder und hält Arterien elastisch

 

In einer sehr bekannten Studie (Framingham Studie) konnte eine eindeutige Korrelation zwischen der Knochendichte und der Höhe des Siliziumgehaltes im Blut festgestellt werden. Bei Frauen mit einem hohen Siliziumspiegel zeigte sich eine deutlich höhere Knochendichte als bei Frauen, die weniger Silizium im Blut aufwiesen. Die Ergebnisse fielen allerdings bei Frauen nach der Menopause nicht so eindeutig aus. Manche Autoren meinen, man sollte Osteoporose besser mit Silizium als mit Calzium behandeln.

 

Auch Sehnen und Bänder werden durch Silizium gestärkt, bzw. deren Elastizität erhöht. Dies ist besonders wichtig im Sport. Man hat festgestellt, dass Sportler einen deutlichen höheren Bedarf an Silizium haben. Diesen kann man perfekt durch Siliziumdioxid ausgleichen, die Sehnen und Bänder werden elastischer und somit kann man Verletzungen vorbeugen.

 

Silizium ist auch ein wesentlicher Faktor für die Elastizität der Wände unserer arteriellen Gefäße. Nur wenn ein Gefäß elastisch ist, kann das Blut richtig zirkulieren und die Durchblutung ist optimal.

 

Siliziumdioxid unterstützt das Immunsystem

 

In zweierlei Hinsicht unterstützt Siliziumdioxid auch das Immunsystem. Erstes wirkt sich die Einnahme positiv auf den Dünndarm aus. Dort befindet sich ein Großteil der Immunzellen und deren Stärkung haben natürlich einen Einfluss auf den ganzen Körper. Außerdem hilft Silizium den Körper zu entgiften. Dies ist besonders dann notwendig, wenn eine Chemotherapie verabreicht wird. Das Gift das in den Körper kommt, muss ja schließlich wieder abtransportiert und ausgeschieden werden.

 

Wie viel Siliziumdioxid brauchen wir?

 

Die Mengenangaben variieren zwischen 40 mg und 100 mg pro Tag. Wie schon erwähnt, gibt es Lebenssituationen in denen wir mehr benötigen (z.B.: Sport, chronische Krankheiten). Überdosieren kann man Silizium nicht. Wenn man zu viel einnimmt, dann scheidet der Körper den Rest aus. Siliziumvergiftungen sind keine bekannt. Es sollte, wie immer, individuell entschieden werden, wieviel und wie lange man Siliziumdioxid einnimmt. Natürlich spielt auch die Ernährung eine wesentliche Rolle. Siliziumreiche Lebensmittel sind Gerste und Hafer, weit abgeschlagen folgen Bananen, Kartoffel, Porree, Weizen, Linsen und Spinat. Von den Letztgenannten müssten wir jedoch jeweils mindestens ein Kilo essen, um auf eine ausreichende Tagesdosis zu kommen. Allgemein wird Silizium in einer flüssigen Form besser aufgenommen.

Wie ich beschrieben habe, spielen Kolloide in lebenden Systeme eine wesentliche Rolle. Man kann chronische Krankheit auch mit dem Verlust des kolloidalen Zustandes erklären. Wie man dazu beitragen kann, diesen zu erhalten, beziehungsweise wiederherzustellen, lesen Sie bitte in meinem Artikel: „Willst du den Körper heilen, dann reinige seine Säfte“.

 

Anwendungsgebiete für kolloidales Siliziumdioxid:

 

  • Aktivierung des Zellaufbaus und des Zellstoffwechsels
  • Aufbau des Bindegewebes
  • Verzögerung des biologischen Alterungsprozesses
  • Stimulierung des Immunsystems
  • Unterstützung bei viralen und bakteriellen Infektionen
  • Verbesserung der Hautelastizität, Stärkung von Haare und Nägel
  • Stärkung und Förderung der Elastizität der Knochen
  • Steuerung des Kalziumstoffwechsels
  • Freier Radikalfänger
  • Unterstützung des Darms, insbesondere des Dünndarms
  • Entgiftung
  • Steigerung geistiger Leistungen