Unser Buch: Heilpflanzen und ihre Wirkung

40 Heilpflanzen werden in unserem Heilpflanzen-Lexikon beschrieben – Altbekannte wie der Rotklee, aber auch Neue wie zum Beispiel die Myrobalanen.

Mit Ihren Wirkstoffen sind sie auch in unseren Produkten vertreten – jetzt können Sie mehr über ihre Herkunft, Inhaltsstoffe und Anwendungsbereiche erfahren.

Wertvolle Tipps, neue Denkansätze und bisher wenig bekannte Informationen machen unser Heilpflanzen-Lexikon zu einem tollen Nachschlagewerk, das in keinem Bücherregal fehlen sollte.

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REISHI

Der kostbare Vitalpilz war früher dem Adel vorbehalten. Dank moderner Zuchtverfahren können wir heute alle von der vitalitätssteigernden, entzündungs- und tumorhemmenden Wirkung des „Königs der Heilpflanzen“ profitieren.

Reishi ist ein Pilz aus der Familie der Lackporlingsverwandten und wird auch als Glänzender Lackporling oder Ling Zhi bezeichnet. Er besitzt einen 5 bis 20 cm breiten, dicklichen Hut, der mit einer glatten Harzschicht bedeckt ist. Diese ist zunächst gelb und färbt sich später rötlich-braun oder purpur-schwarz. Der Rand des Hutes ist weiß, ebenso wie die Unterseite, die dicht mit Poren besetzt ist. Der Stiel sitzt seitlich und schimmert dunkelbraun. Beim Trocknen verholzt er vollständig. Der Pilz wächst gerne auf den Stämmen, Wurzeln und Baumstümpfen von Laubbäumen, besonders von Eichen. Er kommt weltweit in mediterranen und gemäßigten Klimazonen vor. Auch im deutschsprachigen Raum ist er anzutreffen. In der traditionellen chinesischen Medizin wird er seit tausenden Jahren als Stärkungsmittel eingesetzt. Aufgrund des hohen Preises blieb er jedoch der Adelsklasse vorbehalten. Man nannte ihn „Pilz des ewigen Lebens“ oder „König der Heilpflanzen“und sprach ihm magische Kräfte zu. Schon das 2.000 Jahre alte Arzneimittelbuch „Shen Nong Ben Cao Jing“ zählt ihn zu den wichtigsten „Kräutern Gottes“. Erst seit etwa dreißig Jahren gelingt es, ihn in großen Mengen zu züchten und dadurch für die breite Bevölkerung erschwinglich zu machen.

Inhaltsstoffe
Reishi besitzt einen besonders hohen Gehalt an Triterpenen und Polysacchariden. Mehr als hundert Polysaccharide wurden bislang gefunden, darunter die virenfeindlichen sulfatierten Polysaccharide. Bei den Triterpenen sollen es sogar über 140 verschiedene sein (Ganodermiksäuren u. a.). Reishi gehört mittlerweile mit über tausend Studien zu den bestuntersuchtesten Heilpilzen der Welt. Das Spektrum der Inhaltsstoffe kann, je nach Wirt auf dem der Pilz wächst, sehr schwanken.

Körperliche Wirkung
Reishi ist ein adaptogenes Heilmittel das dem Körper hilft, besser mit Belastungen umzugehen und nachhaltiger zu entgiften. Er stärkt die Selbstheilungskräfte und das Immunsystem, etwa indem er die Tätigkeit der T- und B-Zellen ankurbelt. Die enthaltenen Triterpene wirken entzündungshemmend und ähnlich wie Kortison. Das ist bei vielen Zivilisationskrankheiten
hilfreich, die oft auf chronischen Entzündungen basieren (Krebs, Diabetes, Alzheimer, Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Auch Grippe, Herpes, Rheuma und Asthma verbessern sich durch die Einnahme von Reishi. Gleichzeitig verringert dieser die Histaminausschüttung, welche für Schwellungen und lästigen Juckreiz verantwortlich ist. Die Fließfähigkeit des Blutes, die Sauerstoffaufnahme und die allgemeine Regenerationsfähigkeit des Körpers erhöhen sich. Das enthaltene Adenosin wirkt entspannend auf die Muskulatur. Es werden je nach Farbe des Fruchtkörpers fünf bis sechs Reishi-
Typen unterschieden, die jeweils auf bestimmte Organe wirken (schwarz für die Lunge, gelb für die Milz, rot für alle inneren Organe, Gedächtnis und Vitalität,…).

Anwendung
Reishi ist aufgrund seines bitteren Geschmacks und der harten Konsistenz nicht direkt essbar. Das Fleisch des Pilzes wird daher getrocknet und als Nahrungsergänzungsmittel oder Tee weiterverarbeitet. Chinesische Naturheiler empfehlen eine tägliche Dosis von 1,5-3 g (bei ernsthaften Krankheiten auch höher). Für die Zubereitung eines traditionellen Reishi-Tees
3 g Pilzpulver in 500 ml kaltem Wasser über Nacht einweichen und am Morgen bei schwacher Hitze 5-10 Minuten köcheln lassen. Abseihen und mit etwas Honig oder Fruchtsaft genießen. Die Kombination mit Vitamin C verbessert die Aufnahme. Im Handel gibt es Reishi auch in praktischen Kapseln.

Tipp: Reishi-Stärkungstonikum
15 g Pilzpulver in eine Flasche Schnaps geben und zwei Monate ziehen lassen. Immer wieder schütteln. Traditionell wird empfohlen, zur Förderung der Gesundheit täglich ein Gläschen einzunehmen.

Zu beachten
In manchen Fällen wurden Wechselwirkungen mit blutdrucksenkenden Medikamenten beobachtet. Schwangere, Stillende und Kinder sollten zur Sicherheit auf die Einnahme von Reishi verzichten.

Reishi hilft bei:
– Immunschwäche
– Allergien
– Neurodermitis
– Entzündungen
– Asthma
– Herz-Kreislauf-Erkrankungen
– Leberprobleme
– Stress, Schlaflosigkeit
– Krebs, auch als Begleitung
– bei Chemotherapie
– Anti-Aging

Nichts ist für mich mehr Abbild der
Welt und des Lebens als der Baum.
Vor ihm
würde ich täglich nachdenken,
vor ihm und
über ihn …

Christian Morgenstern