Auf dem Olymp wurde eine Hochzeit gefeiert und alle Götter waren eingeladen, außer Eris, die Göttin der Zwietracht. Sie war so erzürnt darüber, dass sie einen goldenen Apfel in die Hochzeitsgesellschaft warf, der die Aufschrift trug: „Für die Schönste“. Sofort entbrannte ein Streit zwischen Athene, Aphrodite und Hera, wer die Schönste sei. Zeus wollte sich der Entscheidung entledigen und beauftragte Paris, einen Sterblichen, damit den Apfel zu überreichen. Paris übergab ihn an Aphrodite und handelte sich damit mehr Probleme ein, als ihm lieb waren. Das ist aber eine andere Geschichte. Symbolhaft steht der „goldene Apfel“ für den Granatapfel, einer wahren göttlichen Frucht.

 

Den Granatapfel (Punica Granatum) findet man nicht nur in der griechischen Mythologie. Auch in der römischen Kultur, im Christentum und im Judentum erkannte man die besondere Wirkung dieser Frucht. Symbolhaft steht der Granatapfel für Regeneration, Fruchtbarkeit, Verjüngung und die Wiederkehr des Frühlings.

 

Der Granatapfelbaum ist mit ca. 5 Meter Höhe ein relativ kleiner Baum. Er ist robust und übersteht auch kurze Trockenzeiten. Leichte Frostperioden schaden den Bäumen nicht, sie sind jedoch zu sensibel, um in unseren Breiten das ganze Jahr im Freien zu stehen. Als Kübelpflanze können sie leicht überwintert werden. Relativ einfach ist es, einen eigenen Granatapfelbaum zu züchten. Sie brauchen dazu nur einen reifen Granatapfel, Anzuchterde und einen sonnigen und warmen Platz in ihrer Wohnung. Genaue Anleitungen finden Sie im Internet. Die Keimung dauert 10-14 Tage, es kommt dabei auf den Standort an. Aus einem Granatapfel kann man hunderte Bäumchen ziehen.

 

So fruchtbar der Granatapfelbaum ist, so vielfältig sind auch die Einsatzgebiete für unsere Gesundheit. Sehen wir uns einmal näher an, warum dies so ist:

 

Der Granatapfel enthält eine bedeutende Menge an Polyphenolen, diese werden zu den sekundären Pflanzenstoffen wie zum Beispiel Flavonoide und Anthocyane (Farbstoffe) gezählt, die beide eine antioxidative Wirkung in unserem Körper entfalten. Durch die Tatsache, dass Antioxidantien entzündungshemmend wirken, lassen sich auch die unterschiedlichen Einsatzgebiete des Granatapfels erklären.

 

Neben den Polyphenolen beinhaltet der Granatapfel auch Phytohorme, die in der Medizin immer mehr Einzug finden. Es handelt sich um pflanzliche Pseudohormone, die eine sanfte, positive Wirkung bei Frauen und Männern entwickeln. Dies ist insofern von Bedeutung, da man zunehmend die Nachteile einer Substitution mit künstlichen Hormonen erkennt. Auf die positive Wirkung, der im Granatapfel vorhandenen Hormonen, kommen wir noch zu sprechen.

 

Kalium, Calzium, Eisen, B-Vitamine und Vitamin C (eher gering) runden die gesundheitlichen Vorteile des Granatapfels ab. Wie bei allen Naturprodukten darf man davon ausgehen, dass die verschiedenen Inhaltstoffe einander in ihrer Wirkung positiv unterstützen.

 

Das Öl der Granatapfelkerne enthält eine besondere Ölsäure, die Punicinsäure (abgeleitet von Punica Granata), man zählt sie zu den Omega 5 Fettsäuren. Die Punicinsäure wird hauptsächlich in der Kosmetik eingesetzt.

 

Die gesundheitlichen Auswirkungen des Granatapfels

 

Wie wir bereits aus den alten Kulturen gelernt haben, steht der Granatapfel für Fruchtbarkeit, Regeneration und Verjüngung. Moderne Studien belegen diese traditionellen Ansichten. Die antioxidative Wirkung betrifft natürlich alle Entzündungen in unserem Körper, besonders die in unseren Gefäßen. Andere positive Wirkungen zeigen sich in Bereichen der Männer- und Frauengesundheit, auch bei Diabetes, Leberproblemen und Abnahme der Gehirnleistung konnte man positive Veränderungen feststellen. Aber alles der Reihe nach und im Detail.

 

Herzgesundheit

 

Es ist schon lange kein medizinisches Geheimnis mehr, dass Gefäßverkalkungen, die zu schweren Schädigungen an Herz und Gehirn führen können, sich auf dem Boden von schwachen Entzündungen entwickeln. Die Ursachen dafür liegen in unserer modernen Ernährung, Stress, Rauchen und einem zu hohen Genuss an Alkohol. Langzeituntersuchungen haben gezeigt, dass durch den Konsum von Granatapfelsaft der oxidative Schutz des Körpers bereits nach kurzer Zeit erhöht wurde. Dabei reichten bereits 60 ml am Tag aus. Durch diesen Schutz bilden sich Entzündungen zurück und es kommt zu einer Reduktion der Verengung der Halsschlagader, um bis zu 30 %. Diese positive Wirkung ist auf die im Saft enthaltenen Polyphenole zurückzuführen. Auch bei erhöhtem Blutdruck besitzt der Granatapfel eine besondere Wirkung. Es wird im Körper ein bestimmtes Enzym blockiert (ACE) und somit die Bildung von Angiotensin II herabgesetzt. Dies wiederum senkt den Blutdruck und entlastet somit das Herz.

 

Gehirnleistung

 

Oxidativer Stress beeinflusst nicht nur die Gesundheit der Gefäße, sondern auch die des Gehirns und der Nervenzellen. Die im Granatapfel enthaltenen Phenolsäuren, insbesondere die Flavonoide, schützen das Gehirn vor Abbauprozessen und können seine Leistungen sogar verbessern. Gerade in der schnelllebigen Zeit, in der wir von uns selbst immer mehr abverlangen und öfter unter Dauerstress stehen, braucht unser Gehirn einen ausreichenden Schutz. Eine weitere Tatsache ist, dass Demenzerkrankungen zunehmen, allein in Deutschland um 40.000 pro Jahr. Ein Grund dafür ist, dass wir immer älter werden, ein anderer wiederum, ist unsere unnatürliche Lebensweise und die Art uns zu ernähren. „Das Lebensmittel soll dein erstes Heilmittel sein“ in diesem Fall hilft der Granatapfel.

 

Die Einsatzgebiete des Granatapfels, in Form von purem Fruchtgenuss, Säften oder Extrakten, erstrecken sich auf weitere Krankheiten, so wie Leberprobleme, Diabetes, Beschwerden in den Wechseljahren (Phytohormone) oder Probleme mit dem Hautbild.

 

In meiner Beratungstätigkeit darf der Granatapfel jedoch in einem Bereich nie fehlen und dies betrifft die:

 

Männergesundheit

 

Gutartige und bösartige Veränderungen der Prostata stellen besondere Herausforderungen an die Medizin. Während es bei den gutartigen Veränderungen der häufige Drang zum Urinieren ist, der besonders in der Nacht sehr lästig sein kann, sind es beim Prostatakarzinom andere Sorgen, die die betroffenen Männer haben. Vor allen Dingen ein erhöhter PSA Wert (prostataspezifisches-Antigen) kann, naturgemäß, Unruhe und Angst auslösen. Nicht immer bedeutet ein erhöhter PSA Wert aber, dass auch tatsächlich ein Karzinom vorliegt. Auch ein Normalwert schließt eine bösartige Erkrankung der Prostata nicht komplett aus. Seine routinemäßige Bestimmung und die sich daraus ergebenden Folgen werden häufig sehr heftig diskutiert. Der PSA Wert darf übrigens im Alter etwas höher sein.

 

Tatsache ist, dass das Prostatakarzinom ein typisches, meist langsam wachsendes Alterskarzinom ist. Viele Männer entschließen sich zum „aktiven Beobachten“, was so viel bedeutet, dass der PSA Wert zwar kontrolliert, eine invasive Therapie (Operation und Bestrahlung) jedoch nicht sofort angestrebt wird. Unumstritten ist die Bestimmung des PSA- Wertes nach einer radikalen Operation und anschließender Bestrahlung, da er eine Aussage über den Verlauf der Krankheit zulässt.

 

Für den Einsatz von Polyphenolen aus dem Granatapfel ist es unerheblich, ob es sich um eine gutartige Vergrößerung der Prostata handelt, eine Zeit der Beobachtung oder die Zeit nach einer Operation.

 

Positive Wirkungen von Granatapfelpolyphenolen bei Prostatakarzinom sind:

 

  • Hemmung von Tumorzellenwachstum- und Invasion
  • Förderung der Apoptose
  • Hemmung prokanzerogener Signalwege
  • Förderung der Redifferenzierung
  • Regulation der Zellzyklus
  • Blockade von prokanzerogenen Enzymen
  • Hemmung der Neoangionese
  • Antientzündlich
  • Antioxidativer Zellschutz
  • Bindung prokanzerogener Metalle
  • Antiöstrogene Wirkung
  • antiproliferativer Effekte
  • Herabregulierung Androgen-synthetisierender Gene
  • Wahrscheinliche Synergieeffekte mit Chemo- und Strahlentherapie

 

Quelle: Jacob LM Granatapfelpolyphenole gegen Prostatakarzinom

Deutsche Zeitschrift für Onkologie 2008; 40: 112 – 119

 

Durch meine persönliche Arbeit wurde ich von den positiven Auswirkungen von Granatapfel bei Prostatabeschwerden überzeugt. Unerwähnt soll aber nicht bleiben, dass auch weitere Maßnahmen zum Erfolg beigetragen haben. Vor allen Dingen die Gabe von Selen, absoluter Verzicht auf Zigaretten und anderes Rauchwerk und eine Umstellung der Ernährung spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle.

 

Wie wir gesehen haben, ist der Granatapfel ein wahres Multitalent, das zum Erhalt und zur Wiedererlangung unserer Gesundheit beitragen kann. Es zahlt sich aus, dem Geschenk der Götter und somit der Kraft der Natur zu vertrauen. Vielleicht ist ja mit dem Spruch „ein Apfel am Tag … (one apple a day, keeps the doctor away)“ der Granatapfel gemeint.