Bittermelone– Mormodica Charantia

Familie: CUCURBITACEAE (Kürbisgewächse) Synonyme: Balsambirne, Balsamgurke, bittere SpringGurke, Balsamapfel, Goya (in Japan und Okinawa), Karela (Sanskirt)
Medizinisch verwendete Pflanzenteile: Früchte, Samen

Energie, Elemente, Organbezug

Temperatur: kühl, neutral Geschmack: fad, leicht salzig, bitter Eigenschaften: kühlend, nährend, blut- und lymphreinigend, entzündungshemmend, fiebersenkend, antitumoral, wurmabführend, antiulzerogen, Gallensäure fördernd, fungizid, immunmodulierend, leicht laxativ, tonisierend, Essenz stärkend
Funktionskreis: ERDEFWASSERFHOLZ – Milz/Pankreas, Leber, Niere

Inhaltsstoffe

Wasser, Lipide, insulinähnliches Protein (Polypeptid P), Alkaloide (Momordicin), Glykoside (Oleanolsäure), Phytosterole (Charantin), Saponine, Flavonoide (Carotinoide), Diosgenin, fette Öle (Alpha-Linolensäure), Phenylacrylsäure, Aminosäuren, Vitamine (A, B1, B2, C), Mineralien und Spurenelemente (Eisen, Calcium, Phosphor, Kupfer, Kalium) u.v.m.

Wertvolle Bitterstoffe

Die Bittermelone kommt ursprünglich aus China und Indien, wo sie seit Jahrhunderten als verzehrübliches Lebensmittel mit einer Vielzahl an pharmakologischen interessanten Inhaltsstoffen geschätzt und verehrt wird. Mittlerweile werden die ca. 40 bestehenden Arten vor allem in Asien und Afrika, jedoch auch in Südamerika und der Karibik kultiviert, wobei der Anbau in feuchtheißem Klima auf feuchten, fruchtbaren Böden bis 500 m Seehöhe am Ertragreichsten ist. Geerntet wird diese gurkenähnliche, genoppte, grüne Frucht in unreifem Zustand, wodurch ihre Bitterstoffe und damit auch die gesundheitsbewahrenden Wirkungen erhalten bleiben und woraus sich auch ihr Name ableitet.
Die der Pflanze nachgesagten Wirkungen werden von der medizinischen Fachwelt noch mit Skepsis betrachtet, obwohl bereits seit 50 Jahren klinische Studien und Grundlagenforschung zu Momordica charantia betrieben wird, die allesamt die empirischen von der Bevölkerung traditionell überlieferten Anwendungen bestätigen.

Therapeutische Anwendung

Dieses Kürbisgewächs zeigt erstaunliche Heilwirkungen, was vor allem auf sein reichhaltiges Spektrum an Wirkstoffen und die optimale anteilsmäßige Verteilung derer zurückzuführen ist. So steht ein hoher Protein-, Mineral-, und Kohlenhydratanteil einem niedrigen Fettgehalt gegenüber. An erster Stelle steht sicherlich die blutzuckersenkende Wirkung. Wissenschaftler haben 3 Verbindungen gefunden, die für diesen Effekt verantwortlich sind. Das Phytosterol Charantin (seit 1962 ist seine blutzuckersenkende Wirkung bekannt), die insulinähnliche Amniosäure-Kombination Polypeptid P, die bei Typ I Diabetes wirkt und die Oleanolsäure zeigt Wirksamkeit bei Diabetes Typ II. Weitere Verbindungen aus der Bittermelone beeinflussen die β-Zellen im Pankreas positiv und unterstützen so die körpereigene Insulinproduktion. Bei nicht insulinpflichtigem Diabetes und entsprechender Patientencompliance, bei gestörter Glucosetoleranz bis 126 mg/dl, lässt sich durch Supplementierung der HbA1C – Wert senken und die Lebensqualität merklich steigern. Das metabolische Syndrom ist meist mit einer Insulinresistenz des TYP II Diabetes Hand in Hand gehend. Hier wirkt sich ein zusätzlicher Effekt aus, der den Fettstoffwechsel aktiviert, wobei viszerales Körperfett mobilisiert wird, das seinerseits sehr stoffwechselaktiv ist und belastende Botenstoffe und Hormone produziert und speichert. Bei Diäten oder Liposuktionen werden lediglich die Fettschichten unter der Haut angegriffen.

Amara stärken die Magenschleimhaut und wirken einer Helicobacter PyloriInfektion entgegen, die unbehandelt zu Magenkarzinom und MALTF Lymphom führen kann. Die Bittermelone gilt auch als sinnvolle Vorsorge gegen Typ B-Gastritis, Ulcus ventriculi et –duodeni. Klinische Studien belegen die Wirksamkeit als natürliches „Breitband“-Antibiotikum gegen E.Coli, Staphylokokken, Pseudomonas, Salmonellen, Streptobacillen und Streptkokken und eine antiparasitäre Wirkung gegen Entamoeba histolytica (Ruhramöbe). Einer der sekundären Pflanzenstoffe hemmt das Enzym Guanylatcyclase das die Zellproliferationsrate steigert, die das Erbgut durch Zerstörung der Zellmembran und Basenaustausch aus der DNA schädigt. Es wird vermutet, dass die Guanylatcayclase, einer der Hauptfaktoren bei der Replikation ist, was die Entstehung von Leukämie, Krebs, Psoriasis und anderen Hautaffektionen fördert. Das Pflanzenprotein MAP-30 zeigte in Studien einen inhibierenden Effekt auf das Wachstum von Prostata-Karzinomen. Weitere Inhaltsstoffe haben in vitro attestieren können, dass sich das tumorhemmende Potential auf verschiedene Krebsarten, wie Leberkrebs, Mammakarzinom, Leukämie, Melanome und Sarkome bezieht. MAP-30 hat überdies Anti-Herpes Kapazitäten, die im Vergleich zum Virustatikum Aciclovir als 2-3mal so hoch sind. Auch werden ihm HIV inhibierende Aktivitäten bescheinigt. Diese Ergebnisse motivierten die Wissenschaftler weitere Forschungen durchzuführen, die zur Isolierung von den zwei Proteinen α- und β-Momorchin führten, die das AIDS-Virus hemmen können und die Replikation des Virus in bereits infizierten Zellen blockiert.
Alpha-Linolensäure als pflanzliche Omega 3 Fettsäure (3-fach ungesättigt) liefert entzündungshemmende Einsatzmöglichkeiten, durch Unterbrechung der Arachidonsäurekaskade. Phenylacrylsäure (Rosmarinsäure), die in Pflanzen recht häufig vorkommt und dort als Abwehrstoff gegen Bakterien und Pilze fungiert, unterstützt die bereits erwähnten antiviralen, antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkungen. Ihre antioxidative Eigenschaft hemmt die Entstehung der Prostaglandinsynthese und liefert zu vielen der in der Bittermelone enthaltenen Wirkstoffe eine immunstimulierende Wirkung.

Indikationen im Überblick

  • TYPI (juveniler) und TYPII (noninsulindependent) Diabetes
  • Gewichtsreduktion (Adipositas)
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Hypertonie, Arteriosklerose
  • Obstipation
  • Anthelmintikum (bes. Fadenwürmer/Nematodes)
  • Infekte mit Viren, Bakterien, Pilzen
  • Magen- und Zwölffingerdarmentzündungen, Helicobacter PyloriInfektionen
  • Blasensteine
  • entzündungshemmend, fiebersenkend
  • Antioxidans
  • Tumor vorbeugend
  • Prävention von Leber-, Milz- und Gallenerkrankungen
  • Grauer Star

Kontraindikationen

  • Kinder, medikamentös eingestellte Diabetiker und Personen, die zu Hypoglykämie neigen, könnten Unterzucker entwickeln. Diabetiker sollen die Anwendung mit ihrem behandelnden Arzt absprechen.
  • Wegen der uterusstimulierenden Wirkung nicht in der Schwangerschaft geeignet.
  • Nicht in der Stillzeit, da die Wirkstoffe mit der Muttermilch übertragen werden können.
  • Da die Fruchtbarkeit sowohl beim Mann, als auch bei der Frau ungünstig beeinflusst werden kann, durch Herabsetzung der Gonadotropinausschüttung (LH, FSH, Prolaktin), NICHT bei Fruchtbarkeitsstörungen anwenden.
  • Favismus (Bohnenkrankheit) – krankhafter Verlauf eines Glucose 6 Phosphatgehydrogenase-Mangel
  • Bei Überdosierung sind durch den leicht laxativen Effekt Bauchschmerzen und Durchfall möglich.

Synergistische Effektedurch Zugabe von:

Echter Zimt – Cinnamomum verum

Familie: LAURACEAE (Lorbeergewächse) Medizinisch verwendete Pflanzenteile: Rinde Verwendet wird ein mazerierter Extrakt (10:1) aus dem hochwertigen Ceylon-Zimt, der frei von leberbelastenden Cumarinen ist. Zimtpolyphenole senken die Cholesterin- und Triglyceridwerte im Blut und optimieren das Verhältnis zwischen HDL, VLDL und LDL. Amerikanische Studien bestätigen eine Verbesserung des Glucose-Stoffwechsels bei TYP II Diabetes und Prävention der Diabeteskomplikationen und Spätfolgen. Dafür ist das aus der Rinde extrahierte MHCP (Methyl-Hydroxy-Chalcon-Polymer) verantwortlich. Weiter regt Zimt die Magensäuresekretion an und hemmt Helicobacter pylori.

Rotalge – Lithothamnium Calcareum

Algen zählen zu den ältesten Lebensformen auf unserer Erde – wo Algen sind, ist Leben.
Die fossile Rotalge Lithothamnium Calcareum enthält 32 seltene Spurenelemente, wie z.B. Calcium, Magnesium, Schwefel, Natrium, Eisen, Jod, Selen, Zink, Kobalt, Kupfer, Chrom in höchster Bioverfügbarkeit (90 %), die eine Remineralisierung im menschlichen Organismus unterstützen. Außerdem sind noch Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Besonders hervorzuheben ist der hohe Magnesiumgehalt, der sämtliche neuromuskuläre Reaktionen unterstützt, bei Stress ausgleichend und bei Neigung zu Spasmen entspannend wirkt. Eisen optimiert die Hämoglobinbildung und Calcium trägt zum Erhalt der Knochenstruktur bei.

BANABA– Lagerstroemia speciosa L.

Familie: LYTHRACEAE (Blutweiderichgewächse) Medizinisch verwendete Pflanzenteile: Blätter Der Banaba Busch trägt auf den Philippinnen den Namen Krepp-Myrthe. In seinem Ursprungsland Indien ist die antidiabetische Wirkung seit jeher bekannt. Mittlerweile sind die gesundheitsfördernden Wirkstoffe zum Teil identifiziert und deren Nutzen bestätigt worden. Als sekundäre Pflanzenstoffe kommen Reginin A, B, flosin stroenin und Korosolsäure, die eine aktive Rolle hinsichtlich der blutzuckersenkenden Eigenschaften spielen. Jüngst wurde eine weitere Substanz aus dem Blattextrakt isoliert – ein zu den Gallotanninen zählendes Polyphenol (1, 2, 3, 4, 6 Pent-Ogalloyl FD glucose = PGG). Dieses fördert in den Adipozyten die Aufnahme von Glucose, indem es insulinlike an den Insulinrezeptor andockt. PGGs hemmen die Umwandlung von Vorläufern der Fettzellen, sodass ein Aufbau von Fettgewebe unterbleibt. Dies bewirkt eine Glucosesenkung im Blut ohne Zunahme des viszeralen Fettgewebes.

Chrompicolinat (3 wertiges Chrom)

Als essentielles, in der Evolution lebensnotwendiges Spurenelement, ist die Verbindung von Chrom als Picolinat, die am besten bioverfügbarste. Es kommt zu einer 16-fach besseren Verstoffwechslung als bei CrCl3. Ein Chromdefizit kann Insulinresistenz bzw. Diabetes auslösen, woraus erhöhte Blutzuckerwerte und steigende LDL und Triglycerid-Werte resultieren, die ihrerseits wiederum die Entstehung von Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs begünstigen. Chrom verbessert nachweislich die Immunfunktion, indem immunrelevante Prozesse aktiviert werden, wie beispielsweise die Steuerung der Hormone Interferon und Interleukin zur Bildung der T-Lymphozyten (Leukozytenbildung).