Das Frühjahr ist da und Allergien geben den Ton an. Ob Hausstaubmilbe, Tierhaare, Getreide, Pollen, Gräser, Sonne oder Kosmetika, man kann gegen viele Stoffe allergisch sein. Was steckt aber dahinter, hinter dieser „Panallergie“? Das Immunsystem spielt verrückt, es reagiert auf alle möglichen Stoffe aus unserer Umwelt, und die Symptome können ganz unterschiedlich sein. Eine rinnende Nase, Durchfälle, Hautausschläge und Kopfschmerzen sind die unangenehmen Folgen. Was kann man dagegen tun? Eine Operation hilft nicht, die Naturmedizin jedoch kennt in vielen Fällen Lösungen.

 

Es war vor vielen Jahren, ich war noch ein junger Arzt in einem noblen Vorort von Wien. Kurz nach der Mittagszeit kam eine junge Frau in die Praxis. Sie war bereits in einem sehr schlechten Zustand, konnte zwar noch allein gehen, ihr Körper war jedoch bereits überall gerötet. Was war passiert? Sie hatte, versehentlich, ein kleines Stück einer Nuss gegessen und war am Rande eines anaphylaktischen Schocks. Nur die Gaben von Cortison und Adrenalin hielten die Frau am Leben, die ganze Situation ging gut aus. Wir müssen froh sein, dass solche Situationen selten vorkommen, dennoch, als Arzt erlebt man sie.

 

Wir wollen in dieser Ausgabe von „Natur heilt“ nicht über Akutfälle berichten, sondern über „ganz normale Allergien“, die uns alle betreffen können, Allergien, die nicht lebensgefährlich sind, jedoch die Lebensqualität erheblich einschränken können. Einige der möglichen Symptome habe ich bereits in der Einleitung des Artikels erwähnt. Wenn wir Allergien richtig verstehen wollen, dann ist es unumgänglich zu beachten, dass wir es geschafft haben, uns ein Umfeld einzurichten, das für den Menschen nicht zuträglich ist. Aber alles der Reihe nach.

 

Ich stelle zu Beginn meines Artikels die kühne Behauptung auf, dass so manche Allergien unserer Kinder bereits im Mutterleib beginnen. Aus dem modernen Forschungszweig der Epigenitik wissen wir, dass die Ernährung des Vaters vor der Zeugung einen Einfluss auf die Gesundheit des Kindes hat. Dies wurde in vielen Studien nachgewiesen. Natürlich gilt dies auch für die Ernährung der Mutter, allerdings während der Schwangerschaft. Des Rätsels Lösung: die Samenzellen des Mannes werden regelmäßig neu gebildet, die Eizellen der Mutter sind von ihrer Geburt an festgelegt. Die Lebensumstände der Mutter haben also einen gravierenden Einfluss auf die Gesundheit des Kindes während der Schwangerschaft und die Ernährung des Vaters vor der Zeugung.

 

Kommen unsere Kinder auf die Welt, dann sind sie, zumindest zu Beginn, in einer sterilen Umgebung eingebettet. Danach beginnen bald einmal die Impfungen.

 

Manche Kinderärzte impfen ab der 8. Lebenswoche (!!!) gegen folgende Krankheiten: Diphterie, Keuchhusten, Tetanus, Kinderlähmung, Hepatitis B und Rotaviren, danach kommen noch diverse andere Sonderimpfungen. Zugegeben, ja, es ist praktisch, aber haben Sie schon einmal erlebt, dass ein Kind an Diphterie, Keuchhusten, Tetanus und Rotaviren zur gleichen Zeit erkrankt ist? Dem entmündigten Immunsystem unserer Kinder wird dies jedoch zugemutet. Weitere Impfungen folgen danach. Da dies kein Artikel über Impfungen ist, gehen wir ein Stück weiter.

 

 

 

Es passiert natürlich, dass ein Kind manchmal an einem Virus erkrankt, das ist eine natürliche Schulung des Immunsystems. Einfach „zur Sicherheit“ werden oft Antibiotika gegeben, manchmal bis zu fünfmal im Jahr. Danach wird leider zumeist vergessen, die Darmflora wiederaufzubauen. Jedes Antibiotikum schwächt sie und kann somit selbst zum Auslöser einer Allergie werden.

 

Nun geht es aber weiter …mit Weichmachern belastetes Plastikspielzeug im Kinderzimmer, das natürlich täglich mit diversen Produkten geputzt wird, Schlammbadeverbot in Pfützen, ein haselnussbrauner Aufstrich auf Weißbrot zum Frühstück, Fertigpizza, Huhn mit Antibiotikarückständen, eine braune Cola-Brühe zum Trinken mit 36 Stück Würfelzucker pro Liter, Gewand aus Billigläden, das Allergien auslösen kann, weitere Impfungen, Brot mit Geschmacksverstärkern, Passivrauchen, Medikamente, Bewegungsmangel … wundert es uns, dass Allergien zunehmen?

 

Was ist eigentlich eine Allergie?

 

Das Wort Allergie stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Fremdreaktion“. Der Körper antwortet auf harmlose Umweltstoffe mit einer überschießenden Abwehrreaktion, die sich in verschiedenen entzündlichen Prozessen äußert. Die auslösenden Allergene können, wie einleitend schon erwähnt, ganz unterschiedlichen Ursprungs sein. Die Reaktionen sind lästig und oft von langer Dauer.

 

Allergien sind im Vormarsch, da sind sich die Experten einig. In Europa leiden schon ca. 40 % der Bevölkerung an Allergien, Tendenz steigend. Interessante Zahlen kommen aus Deutschland. Hier konnte man vor einigen Jahren ein deutliches Gefälle von West nach Ost feststellen. Im damaligen Westdeutschland litten deutlich mehr Menschen an Allergien als im ehemaligen Ostdeutschland. Die Zahl gleicht sich aber langsam aus. Vor allen Dingen bei Kindern ist kaum mehr ein Unterschied zu erkennen. Die Vermutung liegt nahe, dass die Lebensumstände mit dem Anstieg der Allergien zu tun haben. Welche Umstände sind es aber, die Allergien fördern?

 

Eine Tatsache ist, dass immer mehr chemische Verbindungen erfunden werden, die unseren Körper belasten können. Man findet sie in Waschmitteln, Putzmitteln, Kleidung, Nahrung und Spielzeug. Lebensmittel werden unter massivem Einsatz von diversen Giftstoffen produziert, danach denaturiert und so in den Verkehr gebracht. Den modernen Lebensmitteln habe ich in dieser Ausgabe von „Natur heilt“ einen eigenen Artikel gewidmet. Die Suche nach immer mehr Profit, in allen Bereichen unseres Lebens, somit auch bei der Produktion unserer Nahrung, bestimmt die moderne Geschäftswelt.

 

Allergien und Psyche

 

Wie bei allen körperlichen Störungen spielt natürlich auch die Psyche bei Allergien eine wesentliche Rolle. In einer kleinen Studie konnte zumindest eine richtungsweisende Erkenntnis gewonnen werden. Einer Anzahl von Probanden wurde ein bestimmter intensiver Geruch, der immer der gleiche war, angeboten. Einer Gruppe jedoch gleichzeitig mit der Botschaft, dass dieser Geruch allergisches Asthma auslösen könne. Einer anderen Gruppe wiederum wurde gesagt, dass der Geruch heilsam sei. Jene Personen, die vor dem Geruch gewarnt wurden, zeigten deutlich mehr allergische Reaktion, als jene Personen die vom heilsamen Effekt überzeugt waren. Die Psychoneurologie hat eine Antwort darauf. Die „gewarnte“ Gruppe hatte vor der Exposition durch den Geruch bereits ihr Immunsystem in Stellung gebracht, um einen vermeintlichen (harmlosen) Angreifer zu bekämpfen. Vielleicht sollten sich die diversen Pollenwarndienste in diese Studie weiter vertiefen.

 

Ein anderer Auslöser für eine Allergie kann Angst sein. Menschen die in der Angst leben, ihre Arbeit zu verlieren, leiden häufiger unter Allergien, als Mensch die nicht um ihren Arbeitsplatz zittern. Besonders bei Patienten mit Neurodermitis ist dies gut zu beobachten. Geht es Ihnen gut, dann sinkt der Spiegel von Immunglobulin E deutlich, sind sie aber in einem Stresszustand der Angst auslöst, dann vermehren sich die Symptome gravierend. Leider gibt es zu diesem Thema noch wenige verlässliche Studien, meine Beobachtungen als Naturmediziner haben mich jedoch davon überzeugt, dass unsere Psyche auch Einfluss auf allergische Erkrankungen hat. Leider musste ich sehr oft feststellen, dass die Eltern betroffener Kinder, aber auch Erwachsene oft nicht dazu bereit waren, von alten Gedankenmustern loszulassen.

 

Das emotionale Muster der Angst, das sehr schnell in Aggression umschlagen kann, entsteht immer an Grenzen (Allergien ebenfalls). Grenzen werden in unserer Welt oft willkürlich gesetzt und haben mit der Realität nichts zu tun. David Bohm, ein genialer Physiker des 20. Jahrhunderts meinte dazu:

 

„… das Thema Fragmentierung und Ganzheit geht nicht nur im gesellschaftlichen Bereich sehr weit, sondern auch in jedem einzelnen, und dies führt zu einer Art allgemeinen geistigen Verwirrung, die eine endlose Kette von Problemen nach sich zieht und die Klarheit unserer Wahrnehmung derartig nachhaltig beeinflusst, dass wir außerstande sind, die meisten von ihnen zu lösen“.

 

David Bohm Fragmentierung und Ganzheit

 

Wir fühlen uns in der Natur zwar wohl, fühlen uns aber nicht mehr verbunden mit ihr. Zu erkennen gilt es, dass wir ein Bestandteil der Natur sind, und dass für uns genau die gleichen Spielregeln gelten wie für ein Gänseblümchen, dabei gibt es keine Ausnahmen. Gerade die moderne Physik ist in der Lage uns dies zu bestätigen. Wer Grenzen schafft, der will dies verteidigen. Eine Allergie kann eine solche Verteidigungsreaktion sein.

 

Allergie und der Putzteufel

 

Es ist schon lange nachgewiesen, dass Kinder, die in einer Umgebung aufwachsen, in der Putzen zum Kulturerbe erklärt wurde, häufiger unter Allergien leiden, als Kinder, die mit Tieren groß werden und im Schlamm spielen dürfen.

 

Natürlich haben verbesserte hygienische Bedingungen unseren gesundheitlichen Zustand deutlich verbessert, darüber braucht man gar nicht diskutieren. Das Pendel hat aber in unserer Zeit in die entgegengesetzte Richtung ausgeschlagen. Meister Propper, der weiße Riese und ihre Freunde machen es möglich. So manche Wohnung gleicht eher einem sterilen Operationssaal als einer wohnlichen Umgebung. Wenn man nicht mindestens zwei Mal am Tag das vertraute Geräusch des Staubsaugers vernimmt und nebenbei die Waschmaschine einen Marathon hinlegen muss, fühlt man sich nicht mehr gesund. Eltern und Großeltern verdonnern die geimpften Kinder zu einer lebenslangen 100-prozentigen Hygiene, die jedoch nicht einzuhalten ist. Es geht einfach nicht, schafft Grenzen und macht krank.

 

Putzmittel können Allergien auslösen, ganz nebenbei belasten manche von ihnen die Umwelt enorm. Duftstoffe, Konservierungsstoffe, Weichspüler, Raumsprays und Backofenreiniger, sie alle können Allergien auslösen. Gefährdet ist man, wenn man eine trockene Haut hat oder im Übermaß mit solchen Chemikalien in Berührung kommt.

 

In den letzten Jahren hat die naturnahe Forschung eine Lösung gefunden. Es kamen Putztücher auf den Markt, bei denen man auf einen großen Teil der chemischen Mittel verzichten kann. Sie sind der Natur nachempfunden, oft extrem haltbar, schonen die Umwelt und die Geldbörse. Man reinigt nur mit Wasser und spart sich viel Zeit und Geld.

Meiner Meinung nach zahlt es sich aus, solchen innovativen Ideen einen Raum und eine Chance zu geben. Wir können uns damit ganz leicht davon überzeugen, wie praxisnahe Erfindungen sein können, die in der Natur ihr Vorbild haben.

 

Abschließend möchte ich betonen, dass Allergien ein zunehmendes Problem darstellen. Wir sind aber in der Lage, ihr Auftreten zu reduzieren indem wir ein Leben wählen, das die Natur achtet. Dieses beginnt im Supermarkt, setzt sich fort in einem verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten, den vermehrten Einsatz von Naturprodukten und die Bereitschaft, auch die Psyche als Auslöser körperlicher Probleme anzuerkennen.