Akazie – Acaciae

Familie: FABACEAE (Hülsenfrüchtler) Sub: Mimosoideae (Mimosengewächse) Medizinisch verwendete Pflanzenteile: Sekret aus der Rinde (Harz)

Energie, Elemente und Organbezug

Temperatur: warm, neutral
Geschmack: neutral
Eigenschaften: bewegend, erweichend, reinigend, entgiftend, Mitte stärkend
Funktionskreis: HOLZMFEUERMERDEMMETALL – Leber, Milz/Pankreas, Dünndarm, Dickdarm

Inhaltsstoffe

Lösliche Ballaststoffe
Wertvoller Milchsaft

Im Volksmund wird der Name „Akazie“ häufig auf die Robinie übertragen, wobei zwischen beiden Gattungen keine Verwandtschaft besteht, nur die Zugehörigkeit zur selben Pflanzenfamilie, die der Hülsenfrüchtler. Die Akazien-Arten sind Harthölzer, meist Sträucher, von denen manche Dornen besitzen. Weltweit gibt es etwa eine Artenvielfalt von 1400, wovon circa 950 davon am australischen Kontinent beheimatet sind. Bereits vor 4000 Jahren im alten Ägypten war die Akazie bekannt und man wusste von ihren wertvollen Eigenschaften. Zur Gewinnung der Akazienfasern werden Einschnitte in der Baumrinde der Seyal-Akazie, die in der afrikanischen Sahelwüste wächst, gemacht, die dann den gesundheitlich wertvollen Milchsaft ausscheidet. Bei seiner Aufarbeitung kommen ausschließlich physikalische Methoden zum Einsatz. Er wird weder chemisch noch enzymatisch modifiziert. So entsteht ein reines, unverändertes Naturprodukt in Bioqualität, das mehr als 80 % lösliche Ballaststoffe enthält. Bei dem Exsudat des Akazienbaumes handelt es sich um ein Arabinogalactosaccarid, das in die Gruppe der Präbiotika einzuordnen ist. Es sind dies unverdauliche Nahrungsbestandteile, die im Darm das Bakterien-Wachstum fördern und die Aktivität der Dickdarmbakterien positiv beeinflussen.

Die Akazienfaser wurde klinischen Tests unterzogen, um zum einen diesen Nachweis der bifidogenen Wirkung zu bestätigen und zum anderen die Beurteilung der Verträglichkeit im Magen-Darm-Trakt zu überprüfen. In den Versuchsreihen konnte durch die Aufnahme der Akazienfasern eine signifikante Erhöhung von Lakto- und Bifidobakterien dokumentiert werden. Auch die Verträglichkeitsprüfung hinsichtlich der Bestimmung der Häufigkeit gastrointestinaler Symptome (z.B. Flatulenzen, Meteorismus, Borborygmus) bei Tagesrationen von 15-30 g und Einzeldosen von 20 g fiel positiv aus, indem es zu keinerlei negativen, belastenden Wirkungen kam.

Therapeutische Anwendung

Fehlernährung durch stark raffinierte und industriell denaturierte Nahrungsmittel, zu viel, zu fett, zu spät und mangelnde Bewegung durch sitzende berufliche Tätigkeiten haben bei ungefähr jedem fünftem Erwachsenen in den Industrienationen chronische Verstopfung zur Folge. Harter Stuhlgang, starkes Pressen und chronische Verstopfung begünstigen das Auftreten von Divertikulose und Hämorrhoiden. Bauchschmerzen, Blähungen, Blutungen beim Stuhlgang, Druck- und Völlegefühl, sowie Juckreiz im After nach dem Stuhlgang sind unangenehme Folgen davon, die die Lebensqualität der Betroffenen massiv einschränken.
Bei regelmäßiger Einnahme von Akazienfaser, bei einer Tagesdosierung von 15g, erhöhen sich sowohl die Stuhldurchfeuchtung als auch die Stuhlmenge, was den Stuhlgang weicher macht, wesentlich erleichtert und die Darmpassagezeit verkürzt.

Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr ist nicht zwingend notwendig, jedoch sicher kein Fehler, um die Ausscheidung endogen gebildeter Stoffwechselendprodukte zu erhöhen. Die komplexe, verzweigte Struktur der Faser verhindert die Bildung von großen Gasmengen in der Verdauung. So können Krämpfe, Unwohlsein und peinliche Blähungen vermieden werden. Hinweis: Akazienfasern sind kein Abführmittel. Erst die regelmäßige Einnahme nach gut einer Woche bewirkt eine regelmäßige Entleerung. Eine kurmäßige Anwendung wird empfohlen, da es bei zu langer Einnahme zu einer Unterversorgung an Mineralstoffen und Vitaminen kommen kann, weil diese durch die Ballaststoffe gebunden werden. Eine sehr verbreitete Verdauungsstörung ist der Reizdarm, der durch krampfartige Unterbauchbeschwerden und Blähungen gekennzeichnet ist, wobei sich Durchfall und/oder Verstopfung abwechseln. Ursachen hierfür sind einerseits eine geschwächte Darmflora und geschädigte Darmschleimhaut und andererseits darf die psychische Komponente (Bauchhirn) nicht außer Acht gelassen werden. Die Akazienfaser schafft einen Ausgleich zwischen hartem und dünnflüssigem Stuhl und unterstützt die physiologische Besiedlung der Darmschleimhaut mit Bifidobakterien und Laktobazillen im Darm, was wiederum eine wertvolle Unterstützung für Reizdarm-Patienten darstellt. Als Zusatzempfehlung sind Probiotika sehr wertvoll, da durch diese bei längerfristiger Einnahme eine vollständige Regeneration der Darmschleimhaut möglich ist.

Als weitere Indikation sei die glykämische Reaktion angeführt. Die Einnahme des Pulvers bewirkt, dass der Anstieg der Blutzuckerkonzentration im Blut nach einem Kohlenhydratkonsum niedrig bleibt. Es ist besonders zur Prävention von Diabetes Typ II und Adipositas wichtig, faserreiche Lebensmittel zu konsumieren, um einen raschen Anstieg der Blutzucker- und Insulinwerte zu verhindern.

Ein weiterer Vorteil der geschmacksneutralen, 100 % natürlichen, biologischen Ballaststoffquelle ist die Verlängerung der postprandialen Perioden versus den Phasen physiologischer Nüchternheit. Die Einnahme löslicher Ballaststoffe während Diäten oder auch zur Erhaltung der schlanken Linie fördert das Sättigungsgefühl, verhindert Hungerattacken und hat überdies einen unerlässlich, positiven Effekt für die Gesundheit. Da Nahrungsfasern auch immer kleine Mengen an Cholesterin abtransportieren, können Akazienfasern bei der Senkung der Cholesterinwerte mithelfen.

Indikationen im Überblick

  • chronische Verstopfung
  • Obstipation
  • Prävention von Typ II Diabetes
  • Reizdarm
  • Senkung der Cholesterinwerte (begleitend)
  • Übergewicht (begleitend)